Foto: Karl F. Degenhardt

Katrin Scherer (*1977) ist geboren und aufgewachsen im ländlichen Illingen/Saar.
Katrin Scherer studierte Jazz Saxophon und Komposition an der Folkwang Hochschule Essen und am Queens College in New York City. In dieser Zeit war sie Ensemble Mitglied im BuJazzO und im European Youth Jazz Orchestra.

Sie arbeitet kontinuierlich an ihrer eigenen Ausdrucksform und schreibt Musik für zahlreiche Ensembles von Kammermusik bis Bigband. Sie ist eine vielseitige Künstlerin mit einer üppigen Tonpalette und großen Virtuosität. Neben den beiden Hauptinstrumenten Alt- und Baritonsaxophon spielt sie auch Bassklarinette, Klarinette und Flöte und experimentiert im Bereich Live Elektronik.

Ihre Kompositionen verfügen über eine eigenständige Klangsprache, deren Einflüsse sich auch jenseits der zeitgenössischen, improvisierten Musik finden, und u.a. auf die Kompositionslehren des frühen 20. Jahrhunderts Bezug (Arnold Schönberg, Olivier Messiaen) nehmen. Darüber hinaus zeigt sich ihr starker Personalstil in ihrer ganz eigenen und besondere Ästhetik für Intervallik, Melodieführung, Kontrapunkt und rhythmische Konzepte.

Sie ist Grenzgängerin zwischen den einzelnen Genres. In ihren Projekten verbinden sich die komplexen Kompositionen mit einem großen Repertoire an kreativen Improvisationen zu einer homogenen und lebendigen Einheit.

Als Teil der kreativen und umtriebigen Kölner Jazzszene und veröffentlichte sie bisher 9 CDs unter eigenem Namen auf ihrem Label GREEN DEER MUSIC. Ihre aktuellen Projekte sind das contemporary Jazz-Quartet CLUSTER und das Experimental-Trio „in klausur“

Darüber hinaus ist sie auch als engagierte Pädagogin tätig. Von 2012 – 2020 hatte sie einen Lehrauftrag für Saxophon und Didaktik an der Folkwang UdK Essen.

Als Jazz Saxophonistin und Improvisatorin hatte ich immer schon einen starken Bezug zur Komposition. Neben der Improvisation ist die Komposition das stärkste Ausdrucksmittel meines künstlerischen Schaffens und spielt neben dem Saxophon die wichtigste Rolle in all meinen Projekten und CD Veröffentlichungen.
Im Rahmen des Stipendiums in der Villa Aurora möchte ich ein Konzertprogramm für eine Jazz Bigband plus Solo Saxophon und Live Electronik konzipieren und komponieren.
Hierbei möchte ich sowohl kompositiorisch tätig sein, als auch mein künstlerisches Profil als Saxophonistin und Improvisatorin weiter entwickeln.
Bereits in 2007 habe ich ein Konzertprogramm für meine damalige Jazz Bigband (u.f.o. unidentified flying orchestra) komponiert und das Programm auch als CD veröffentlicht. Einige Beispiele hieraus finden sich in meiner Arbeitsprobe. Auch der Aspekt Live Elektronik war schon in meinem ersten Avantgarde-Trio (Ohne 4 gespielt drei 2004 – 2011) ein zentraler Faktor des künstlerischen Profils.
Im Stipendium möchte ich nun diese beiden Bereiche (Komposition und Saxophon/Elektronik) verknüpfen und einerseits mein kompositorisches Kozept weiter schärfen und entwickeln und andererseits im Bereich Saxophon und Live Elektronik vielfältige klangliche Möglichkeiten erforschen.
Das Komponieren für eine Jazz Bigband bzw für ein größeres Ensemble ist für mich sehr reizvoll, denn die üppige Instrumentierung ermöglicht mir eine hohe Flexibiltät im Schreiben und lässt mich vielfältige klangliche und stilistische Möglichkeiten entdecken und ausloten.

Neben dem üppigen Bigband Klangkörper soll mein Hauptinstrument, das Saxophon mit Live Elektronik als Gegenpol eingesetzt werden. Sowohl in Bezug auf Klangfarbe und Klangdichte ist der Kontrast zwischen Bigband und Solo Saxophon eine reizvolle Möglichkeit, ein außergewöhnliches, spontanes und kreatives Klangerlebnis zu ermöglichen.
Die Kompositionen würde ich gerne am Ende des Stipendiums im Rahmen eines Konzertes aufführen, z.B. mit Jazz-Studierenden im Master Programm der UCLA Harb Alpert Music College / Herbie Hancock Institute of Jazz Perfomance
Darüber hinaus wären auch weitere Aufführungen in Deutschland möglich, z.B. mit dem Essen Jazz Orchestra, eine professionelle Bigband, bei der ich aktuell Bariton Saxophon und Bassklarinette spiele, oder auch eine der professionellen Bigbands in Köln, z.B. das Subway Jazz Orchestra oder das Cologne Contemporary Jazz Orchestra, zu denen ich auch Kontakt habe.

 

Download Link zu den Arbeitsproben (Partituren, MP3)
https://my.hidrive.com/lnk/s8iGixIg

2022 Künstlerstipendium NRW Solo Projekt – Klangräume erforschen
2021 Stipendium Musikfonds für das Trio in klausur – Webinar Musikvermittlung: Entstehung eines Konzertprogramms
2021 Künstlerstipendium NRW: Online Musikvermittlung: Konzeption Saxophon Online Weekend
2020 Stipendium Musikfonds für Kompositionen CLUSTER Quartet
2020 Künstlerstipendium NRW: Kompositionen für das Trio in klausur
2013 2. Preis beim Neuen Deutschen Jazzpreis mit „Ohne 4 gespielt drei“
2009 Komponistinnenförderung des Landesmusikrats NRW
2010, 2008, 2005 jazzwerkruhr Preis
2003 – 2004 DAAD Stipendium am Queens College NYC
2002 Folkwang Preis

2022 – Trio „in klausur“: die grüne Ecke
2021 – CLUSTER Quartet: Second Brain
2018 – CLUSTER Quartet
2014 – MOMENTUM Trio
2012 – Ohne 4 gespielt drei: Time Trial
2010 – THE BLISS Sextett
2009 – Ohne 4 gespielt drei: A40
2008 – U.F.O. unidentified flying orchestra
2005 – Ohne 4 gespielt drei: debut